Praxis für Krankengymnastik & ganzheitliche Shiatsu-Therapie Kristine Jelden in Mauer / Baden
 
   
   
 
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MANUELLE THERAPIE

 

Manuelle Therapie befasst sich mit speziellen diagnostischen und therapeutischen Verfahren, die der Auffindung und der Behandlung von reversiblen Funktionsstörungen am Bewegungsapperat dienen. Es handelt sich um spezielle Handgriffe die dazu dienen eine Bewegungsstörung zu lokalisieren und zu analysieren. Die Griffe werden sowohl zur Schmerzlinderung als auch zur Mobilisation eingesetzt. Die Mobilisation wird bestimmt durch den Befund die eingeschränkte Bewegungsrichtung und die Form des Gelenkes.

Die manuellen Therapien dienen in der Medizin zur Behandlung von Rücken- und Gelenkschmerzen; die alternativmedizinischen Spielarten darüberhinaus auch zur Behandlung von vielfältigen Beschwerden anderer Körperregionen und von generalisierten Befindungsstörungen.

 

Der Name (lat. manus, Hand)spielt darauf an, dass der Therapeut in der Regel nur seine Hände, d.h. keine Instrumente gebraucht und so auf die Gelenke, Knochen und oberflächlichen Bindegewebe einwirken möchte.

 

Im klassischen Altertum wurden Rückenschmerzen mit bestimmten Griff- und Massagetechniken behandelt. Hippokrates beschrieb neben den traumatischen Ausrenkungen auch leichte Wirbelverschiebungen und gab an, wie diese zurechtzurücken seien. Im Mittelalter waren zahllose Laienbehandler ("Knocheneinrenker", "Gliedersetzer") unterwegs, um die von den akademischen Ärzten vernachlässigten Schmerzen zu behandeln. An präparierten Skeletten hatte man die Vorstellung von Verrenkungen und Verklemmungen vor allem der Wirbelgelenke entwickelt, die von der heutigen Medizin nicht bestätigt werden konnte.

 

In den USA war das sogenannte bonesetting seit dem 18. Jahrhundert sehr verbreitet. Seit dem 19. Jahrhundert wurde es in verschiedenen Spielarten und unter zahlreichen Bezeichnungen auch in Europa wieder eingeführt, zunächst von Heilpraktikern, seit dem zweiten Weltkrieg auch zunehmend von orthopädisch oder hausärztlich tätigen Ärzten. Die schulmedizinische pathophysiologische Theorie richtet sich anstelle auf die Knochen-"Verrenkungen" vorwiegend auf muskuläre Verspannungen und Imbalancen, die von Fehlbelastungen ausgelöst werden. Die Biomechanik muss die unterschiedliche Form der Gelenke und die komplexen Ansatzpunkte und Ausrichtungen der Muskulatur berücksichtigen, was eingehende anatomische Kenntnisse voraussetzt.

 

Im 20. Jahrhundert entwickelten alternativmedizinische Manualtherapeuten den Anspruch, ausser den einfachen belastungsbedingten Schmerzen im Bewegungsapparat auch andere Krankheiten und Befindungsstörungen zu beeinflussen. Dazu werden - ähnlich wie bei der Akupunktur - nervliche, reflektorische oder "energetische" Verbindungen der Knochen und Gelenke mit dem übrigen Körper postuliert, deren Existenz allerdings nicht belegt werden konnte. Neben Magen-Darm-Beschwerden sind vor allem psychische Beschwerden, Angstneurosen, Depressionen und Entwicklungsstörungen ein häufiges Ziel manualtherapeutischer Interventionen. Das KISS-Syndrom (kopfgelenkinduzierte Entwicklungsstörungen von Kindern) ist ein Beispiel für eine häufige alternativmedizinische Diagnose, die durch manuelle Therapie behandelt wird, aber in der wissenschaftlichen Medizin keine Entsprechung hat.

  

Regionale Varianten

Dorn-Therapie eine von dem süddeutschen Heilpraktiker Dieter Dorn seit ca. 1975 vertretene Methode, die Fehlstellungen und Blockierungen von Wirbeln mit Beschwerden des Rückens, der Atmung, und Verdauung in Verbindung bringt.

Biokybernetik ist eine von dem Freiburger Arzt Walter Packi seit ca. 1990 betriebene Methode, die den Anspruch erhebt, eine mathematisch-physikalisch vollständige Analyse der Bewegungsmuster des Körpers zu verwenden.

Vitalogie, auch Vitametik und Atlasologie genannt, sind aktuelle Bezeichnungen von deutschen und schweizerischen Behandlern für chiropraktische Behandlungen am ersten Halswirbel (Atlas). Die Methode wird meist nicht von Ärzten oder Heilpraktikern ausgeführt und ist darum zur Krankenbehandlung nicht zugelassen. Sie wird daher als "Gesundheitsvorsorge" beworben.